Eine Landschaft wie keine andere

Das Outback – auch als Hinterland, Rangelands oder „(the) Never Never“ bezeichnet – ist kein Gebiet, das sich sauber auf einer Karte einzeichnen lässt. Es ist ein riesiger, wilder Landschaftsraum abseits der großen Städte an den Küsten, der etwa 70 % der Fläche Australiens umfasst. Weite Savannen, Buschland, offene Grasflächen und lichte Waldlandschaften formen eine Umgebung, in der die Natur den Ton angibt – mit einem nächtlichen Sternenhimmel, der selbst Vielreisende ins Staunen versetzt.

Aufgrund seiner Größe und Trockenheit ist das Outback bemerkenswert dünn besiedelt. Kleine Ortschaften liegen oft hunderte Kilometer auseinander, verbunden durch endlos scheinende Straßen. Wer hier reist, spürt sofort diese besondere Mischung aus Stille, Raum und Freiheit – ein Gefühl, das nur Landschaften vermitteln können, die fast unberührt geblieben sind. Manche Gebiete sind sogar so heiß und trocken, dass sie quasi unzugänglich sind.

Das Outback umfasst große Teile des zentralen und nördlichen Australiens, insbesondere der Staaten Northern Territory, Queensland, South Australia und Western Australia. Ein besonders eindrucksvoller Abschnitt ist das „Rote Zentrum“ (Red Centre) im Northern Territory. Diese Halbwüste mit ihrem glühend roten Sand, ihren markanten Felsformationen und der klaren, trockenen Luft bildet das Herz des australischen Kontinents.

Kunst der Ureinwohner

Uralte Kulturen, lebendige Geschichte

Das Outback ist die Heimat zahlreicher Aboriginal Gemeinschaften, deren kulturelle Wurzeln über 60.000 Jahre zurückreichen. Traumzeit-Geschichten, Zeremonien und heilige Stätten sind untrennbar mit der Landschaft verbunden. Viele Orte besitzen Bedeutung für einen oder mehrere Aboriginal Stämme – zum Beispiel gehören der berühmte Monolith Uluru und die 36 Felskuppeln Kata Tjuta zu den heiligsten Stätten der Anangu und werden auch heute noch für Rituale genutzt.

Nachdem viele Aboriginals im Zuge der britischen Kolonialisierung gewaltsam aus ihren traditionellen Lebensräumen verdrängt worden waren, begann in den 1970er Jahren ein neues Kapitel: Viele Gemeinschaften kehrten zurück ins Outback und gründeten dort kleinere Siedlungen auf ihrem traditionellen Country neu, um Kultur, Sprache und Verbindung zum Land zu stärken. Einige dieser „Outstations“ empfangen heute Besucher und ermöglichen respektvolle Einblicke in Geschichte, Kunst und lebendige Traditionen der First Nations.


Sehenswürdigkeiten: Das Outback hat viel zu bieten!

Das australische Outback ist eine Welt voller Kontraste – eine endlose Weite aus roter Erde, majestätischen Felsformationen und verborgenen Naturschätzen, die darauf warten, entdeckt zu werden.

Flinders Ranges (Flinderskette)

Diese uralte Gebirgskette in South Australia erstreckt sich über 430 Kilometer und gehört zu den ältesten Landschaften der Erde. Vor 800 Millionen Jahren waren die Flinders Ranges der Boden eines urzeitlichen Meeres. Heute faszinieren schroffe Bergkämme, tiefe Schluchten und versteinerte Fossilien aus der präkambrischen Zeit. Das Wilpena Pound, ein natürliches Amphitheater aus Felsen, ist das Juwel der Region – ein ovales Tal von etwa 80 Quadratkilometern, umgeben von bis zu 1.000 Meter hohen Felswänden. Die Adnyamathanha nennen es „Ikara" und erzählen die Geschichte zweier riesiger Traumzeit-Schlangen, deren Körper die Felsformation bilden.

Oodnadatta Track

Diese legendäre 617 Kilometer lange Outback-Piste führt von Marree nach Marla und ist eine der historischsten Routen Australiens. Sie folgt der alten Ghan-Eisenbahnlinie und führt durch eine der abgelegensten und trockensten Regionen des Kontinents. Unterwegs passieren Sie verlassene Eisenbahnstationen, artesische Quellen und den Lake Eyre, Australiens größten Salzsee. William Creek, mit kaum 20 permanenten Bewohnern einer der kleinsten Orte Australiens, bietet legendäre Pub-Atmosphäre und Rundflüge über die endlose Landschaft. Der Track ist nur für erfahrene Outback-Reisende mit geländegängigen Fahrzeugen geeignet und erfordert sorgfältige Vorbereitung.

Coober Pedy

Willkommen in der Opalhauptstadt der Welt – einer Stadt, in der mehr als die Hälfte der Bewohner unter der Erde lebt. Coober Pedy liefert etwa 70 Prozent der weltweiten Opalproduktion. Um der extremen Hitze zu entfliehen (im Sommer bis zu 50°C), haben die Bewohner unterirdische Häuser, Kirchen, Hotels und sogar ein Museum in verlassene Opalminen gebaut. Besuchen Sie eine der vielen Opalminen, versuchen Sie Ihr Glück beim Noodling (Suche nach übersehenen Opalen auf alten Halden) oder übernachten Sie in einem der faszinierenden unterirdischen Hotels, wo konstant angenehme 24°C herrschen.

Uluru (Ayers Rock)

Der heilige Berg der Anangu erhebt sich 348 Meter aus der roten Wüstenebene und ist das spirituelle Herz Australiens. Der Sandsteinmonolith wechselt je nach Tageszeit und Lichteinfall seine Farbe – von zartem Rosa am Morgen über leuchtendes Orange bis zu tiefem Rot bei Sonnenuntergang. Uluru ist etwa 550 Millionen Jahre alt und besteht aus Arkose-Sandstein. Der Großteil des Felsens liegt unter der Erde – Schätzungen gehen von mindestens rund 2,5 Kilometern seiner Masse unter der Oberfläche aus; die genaue Tiefe ist unbekannt. Aus Respekt vor der Kultur der Anangu – und weil der Aufstieg seit 2019 offiziell verboten ist – besteigen Besucher Uluru heute nicht mehr, sondern umrunden ihn auf dem 10,6 Kilometer langen Base Walk, der heilige Stätten, Höhlenmalereien und versteckte Wasserlöcher offenbart.

Kings Canyon

Im Watarrka-Nationalpark erhebt sich eine der spektakulärsten Schluchten des Red Centre. Die 100 Meter hohen Sandsteinwände sind über 400 Millionen Jahre alt und wurden durch Wind und Wasser geformt. Der Rim Walk führt auf sechs Kilometern entlang der Abbruchkante und durch das Garden of Eden, eine üppige Oase mit permanenten Wasserlöchern, Farnen und Zykadenpalmen – ein erstaunlicher Kontrast zur kargen Wüstenlandschaft ringsum. Die markanten Felsformationen der Lost City erinnern an die Ruinen einer antiken Stadt. Für die lokalen Luritja ist der Canyon ein bedeutender spiritueller Ort mit vielen Traumzeitgeschichten.

West MacDonnell Ranges

Die West MacDonnell Ranges sind der westliche Teil einer rund 644 Kilometer langen Gebirgskette bei Alice Springs. Der Tjoritja / West MacDonnell National Park erstreckt sich über etwa 160 Kilometer westlich der Stadt und beherbergt einige der schönsten Schluchten Zentralaustraliens. Simpsons Gap, Standley Chasm, Ellery Creek Big Hole, Ormiston Gorge und Glen Helen Gorge sind permanente Wasserlöcher, umgeben von bis zu 300 Meter hohen roten Felswänden. Die Schluchten bieten Lebensraum für seltene Tiere wie das Schwarzfuß-Felswallaby. Besonders beeindruckend ist Standley Chasm zur Mittagszeit, wenn die Sonne direkt in die schmale Schlucht fällt und die Felswände in leuchtendem Orange erstrahlen. Die Arrernte-People leben seit über 20.000 Jahren in dieser Region und nennen sie Tjoritja.

Devils Marbles (Karlu Karlu)

Etwa 100 Kilometer südlich von Tennant Creek erheben sich gigantische Granitfelsen aus der flachen Ebene – manche balancieren scheinbar unmöglich aufeinander, andere sind perfekt rund wie von Riesen geformte Murmeln. Die größten Felsen haben einen Durchmesser von bis zu sechs Metern. Für die Warumungu, Kaytetye, Alyawarra und Warlpiri sind diese Felsen ein hochheiliger Ort mit mehreren überlieferten Traumzeit-Geschichten. Geologisch entstanden die Formationen vor Millionen von Jahren durch Verwitterung des Granits. Bei Sonnenauf- und -untergang leuchten die roten Felsen in spektakulären Farben – ein magischer Ort für Fotografen und alle, die die mystische Atmosphäre des Outbacks erleben möchten.

Emus in Australien

Natur und Tiere im Outback

Das Outback ist weit mehr als eine lebensfeindliche Wüste – es ist ein faszinierendes Ökosystem, das sich perfekt an die extremen Bedingungen angepasst hat. In den kühleren Morgenstunden erwacht die Tierwelt: Rote Riesenkängurus hüpfen elegant durch die Spinifex-Gräser, während Emus auf der Suche nach Nahrung durch die Ebenen ziehen. Mit etwas Glück begegnen Sie dem seltenen Dingo, Australiens wildem Hund, der seit Jahrtausenden durch diese Landschaft streift.

Die Vogelwelt des Outbacks ist ebenso beeindruckend – der majestätische Keilschwanzadler kreist majestätisch am Himmel, und der charakteristische Ruf des Kookaburra begleitet Morgen und Abend. In temporären Wasserlöchern, die nach seltenen Regenfällen entstehen, sammeln sich Pelikane und Kraniche, die oft hunderte Kilometer zurücklegen, um diese Oasen zu erreichen.

Die Vegetation des Outbacks zeigt erstaunliche Überlebensstrategien: Mulga-Akazien und Desert Oak trotzen der Trockenheit, während nach Regenfällen plötzlich ein Meer aus Wildblumen die rote Erde in ein buntes Farbenmeer verwandelt. Die MacDonnell Ranges beherbergen permanente Wasserlöcher, umgeben von Rotem Eukalyptus und Zykadenpalmen – wahre Refugien des Lebens inmitten der Wüste.

Die Nacht im Outback offenbart einen Sternenhimmel von unvergleichlicher Klarheit. Fernab jeglicher Lichtverschmutzung erstrahlt die Milchstraße in ihrer vollen Pracht, und mit etwas Glück beobachten Sie nachtaktive Bilbys oder den scheuen Mulgara, kleine Beuteltiere, die perfekt an das Leben in der Wüste angepasst sind.

Explorers Way: Roadtrip durch Australien

Das australische Outback bereisen

Die besten Routen: Der Explorers Way

Sie möchten die Faszination des Outbacks selbst erleben, und zwar in seiner ganzen Vielfalt? Dann sollten Sie sich den Explorers Way näher ansehen: eine 3.000 Kilometer lange Reise durch das Herz Australiens, die auf dem legendären Stuart Highway vom Süden Australiens in den tropischen Norden führt.

Starten Sie Ihre Reise in Adelaide, der eleganten Hauptstadt Südaustraliens, und fahren Sie nordwärts durch die Weinregion Clare Valley. Die Route führt Sie durch die spektakulären Flinders Ranges, wo Sie mehrere Tage einplanen sollten, um die majestätischen Landschaften zu erwandern und in die Kultur der Adnyamathanha einzutauchen.

Weiter nördlich wartet Coober Pedy mit seinen unterirdischen Wohnungen und Opalfeldern. Von hier aus erstreckt sich die endlose Weite des Outbacks vor Ihnen – kilometerlange Geraden, rote Erde und ein Horizont, der nie enden will. Marla und Kulgera bieten willkommene Rastmöglichkeiten, bevor Sie die Grenze zum Northern Territory überqueren.

Alice Springs, das pulsierende Herz des Red Centre, ist der perfekte Ausgangspunkt für Abstecher zum Uluru, den Kata Tjuta und in die West MacDonnell Ranges. Planen Sie hier mehrere Tage ein – die Region bietet unzählige Wanderwege, Kulturzentren und unvergessliche Sonnenuntergänge.

Die nördliche Etappe führt Sie durch Tennant Creek mit seiner Goldgräbergeschichte und Katherine mit den beeindruckenden Nitmiluk-Schluchten. Die Landschaft verändert sich dramatisch, je weiter Sie gen Norden vordringen – aus roter Wüste wird tropisches Grün, bis Sie schließlich Darwin erreichen, die multikulturelle Hafenstadt am Timor-See.

Camper vor Devils Marbles in Australien

Reisetipps: Das müssen Sie beachten

Wer das Outback auf eigene Faust bereisen möchte, sollte unbedingt einige wichtige Punkte beachten. Fakt ist: Insbesondere die Dimensionen dieses riesigen Landschaftsraumes werden von Reisenden immer wieder unterschätzt.

  • Planung ist alles: Das Outback ist keine Region für spontane Abenteurer ohne Vorbereitung. Planen Sie Ihre Route sorgfältig, informieren Sie sich über Straßenverhältnisse und Wetterprognosen. Die beste Reisezeit ist zwischen Mai und September, wenn die Temperaturen erträglich sind – im Sommer können sie auf über 45°C steigen.
  • Fahrzeug und Ausrüstung: Ein geländegängiges Fahrzeug ist empfehlenswert, aber keine zwingende Voraussetzung für den Explorers Way – die Hauptroute ist asphaltiert. Dennoch sollte Ihr Fahrzeug zuverlässig sein und über gute Reifen verfügen. Führen Sie immer zwei Ersatzreifen, ausreichend Trinkwasser (mindestens 5 Liter pro Person und Tag), Treibstoffreserven, ein Satellitentelefon oder EPIRB-Notfunkbake sowie eine umfassende Erste-Hilfe-Ausrüstung mit.
  • Tanken und Vorräte: Tankstellen können mehrere hundert Kilometer auseinanderliegen. Tanken Sie auf, wann immer sich die Gelegenheit bietet, auch wenn der Tank noch halb voll ist. Das Gleiche gilt für Lebensmittel und Trinkwasser. In kleineren Orten sind die Preise deutlich höher als in den Städten – kalkulieren Sie dies ein.
  • Sicherheit geht vor: Informieren Sie immer jemanden über Ihre geplante Route und voraussichtliche Ankunftszeiten. Verlassen Sie bei Autopannen niemals das Fahrzeug – es bietet Schatten und ist leichter zu finden als eine Person. Fahren Sie niemals nachts – das Risiko von Wildtierunfällen ist extrem hoch. Kängurus, Emus und Rinder auf der Straße sind eine reale Gefahr.
  •  Respekt vor der Kultur: Viele Gebiete im Outback sind Aboriginal Land und erfordern Genehmigungen. Respektieren Sie heilige Stätten, fotografieren Sie nur, wo es erlaubt ist, und hinterlassen Sie keine Spuren. Die Anangu bitten beispielsweise darum, den Uluru nicht zu besteigen – respektieren Sie diesen Wunsch.
  • Sonnenschutz und Gesundheit: Die Sonne im Outback ist gnadenlos. Tragen Sie Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor, einen Hut mit breiter Krempe, Sonnenbrille und langärmelige, leichte Kleidung. Vermeiden Sie körperliche Anstrengung in der Mittagshitze. Bei Wanderungen starten Sie früh am Morgen und nehmen Sie deutlich mehr Wasser mit, als Sie glauben zu benötigen.
  • Kommunikation: Mobilfunkempfang ist im Outback extrem begrenzt. Telstra bietet die beste Abdeckung, aber auch diese beschränkt sich auf größere Orte und Hauptstraßen. Ein Satellitentelefon oder GPS-Tracker mit Notfallfunktion kann lebensrettend sein.
  • Die Magie genießen: Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen – vergessen Sie nicht, die unglaubliche Schönheit und Stille des Outbacks zu genießen. Nehmen Sie sich Zeit für die Sonnenauf- und -untergänge, die das Land in magisches Licht tauchen. Setzen Sie sich abends ans Lagerfeuer und lauschen Sie den Geräuschen der Nacht. Das Outback schenkt jenen unvergessliche Momente, die sich mit Respekt und Vorbereitung auf dieses einzigartige Abenteuer einlassen.

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